10 Fragen an mich als Sternenkind Fotograf – Ein Interview –Teil 2–

Weiter gehts mit Teil 2 des zweiteiligen Interviews über mich als Sternenkind Fotograf. Ich denke in Teil 1 konntet Ihr schon jede menge über mich und den Umgang mit Sternenkindern erfahren. Ich will auch gar nicht groß ein Intro schreiben, sondern lege direkt los. Viel Spaß beim Lesen.

6. Wie kann man dich in deinem Ehrenamt unterstützen?

Ich freue mich immer wenn Menschen in meiner Umgebung mich fragen ob Sie mich unterstützen können. Wenn man zum Beispiel des Nähens, Häkeln oder Stricken mächtig ist, freue ich mich immer über Kleidung oder kleine Stofftiere für die Kinder. Es sind dann die kleinen Dinge die ich den Eltern mit auf den Weg geben kann, und wo Sie sich, meistens, sehr drüber freuen. Kleine Anhänger in Form von Engeln oder Sternen, die man ganz leicht selbst machen kann, sind auch gerne gesehen. Denn gerade diese kleinen Dinge werden viel verschenkt und sind entsprechend schnell weg. Aber auch selbst beklebte Kerzen oder Teelichter sind immer ein willkommenes Gimmick. Aber über was ich mich am meisten freue: Verständnis! Denn es kann durchaus vorkommen, das wenn ich irgendwo zu Besuch bin, das Handy klingelt und ich den Auftrag annehme. Dann muss ich natürlich auch los.


7. Wie geht dein privates Umfeld damit um? Freunde, Eltern und Lebensgefährtin?

Das ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Die meisten in meinem privaten Umfeld finden gut was ich mache. Die meisten davon sagen sogar, es ist wichtig was ich mache und interessieren sich auch dafür. Es gibt aber auch einige die können damit nicht so gut umgehen und vermeiden dieses Thema überwiegend. Es ist ja auch nicht einfach darüber zu sprechen. Vor allem, wenn einer aus dem Kreise der Familie diesem Amt nachgeht. Da bekommt man schon mehr mit als einem lieb ist. Wieder andere sagen, das interessiert mich nicht. Auch das habe ich schon gehört. Man merkt dann schnell das die Person gegenüber gelangweilt ist oder nur desinteressiert mit dem Kopf nickt. Das ist auch okay. Man kann kein Interesse erzwingen. Obwohl ich es nicht ganz nachvollziehen kann. Ich interessiere mich NULL für Fußball. Das wiederum können andere nicht verstehen :-). Am meisten spreche ich mit meiner Mutter über das Thema. Sie findet es schlimm wie viele Kinder es tatsächlich Jahr für Jahr sind, die es nicht schaffen. Sie interessiert sich sehr für meine Arbeit und hat immer ein offenes dafür (Mama ist halt die beste). Für meine Lebensgefährtin ist das Thema nicht ganz so einfach. Das liegt natürlich daran, das wir aktuell selbst ein 11 Monate altes Baby haben. Da ist man generell empfindlicher. Auch ich. Sie bekommt am ehesten mit wie oft das Handy Alarm schlägt. Sie unterstützt mich aber in jeder Hinsicht und das ist finde ich ganz wichtig. Wenn ich einen Partner hätte, der da nicht hinter mir steht, macht das ganze keinen Sinn und würde nur eine Beziehung belasten. Ich liebe diese Frau einfach über alles 🙂

8. Wie verarbeitest du einen Einsatz? Gibt es Rituale?

Es ist natürlich jedes mal hart, einen Einsatz zu absolvieren und den Eltern gegenüber zu treten. Allerdings, so finde ich, ist es nach dem Einsatz schlimmer. In dem Zeitpunkt wo ich IN der Situation bin, ist es nicht so schlimm. Aber sobald man im Auto sitzt und den Einsatz Revue passieren lässt, möchte man da auch schnell mit abschließen können. Ich versuche nach einem Einsatz immer so schnell wie möglich die Bilder fertig zu machen und abschließend das Paket ordentlich verpackt auf Reise zu schicken. Denn sobald ich die Rückmeldung der Eltern habe, das das Paket unversehrt angekommen ist, kann ich mit dem Einsatz abschließen. Das bearbeiten der Bilder stellt jedes mal eine Hürde da. Denn dort sieht man alles nochmal bis ins Detail. Da trinke ich auch schon mal einen Kaffee mehr. Sollte es mal einen Einsatz geben, der nicht so einfach zu verarbeiten ist, bietet Dein-Sternenkind für uns Fotografen Seelsorger die uns dabei helfen, das erlebte zu verarbeiten.

Gedicht Trauer

9. Wie weit würdest du für einen Einsatz fahren?

Schon bei der Bewerbung als Sternenkind Fotograf kann man sehen, welchen Umkreis man abdeckt. Ich zum Beispiel wohne ziemlich am Rand eines Alarmkreises, was dazu führt das auch Alarme aus z.B. Venlo eingehen. Also an der Holländischen Grenze. Das sind mal eben locker 250km. Ich setze mir selbst immer ein Radius von ca. 100km die ich mit Abdecken möchte. Entweder man ist richtig dabei oder gar nicht. Klar könnte ich auch sagen ich mache nur umliegende Ortschaften aber das bringt den anderen Fotografen wenig. Wir sollen uns schließlich auch gegenseitig unterstützen und die Last teilen. Mal abgesehen davon ist das hier eigentlich keine Frage der Entfernung. Es geht hier ja nicht um eine Pizza Lieferung sondern um wichtige Erinnerungen für Menschen in einer verzweifelten Lage.

10. Mit diesem Blog betreibst du Öffentlichkeitsarbeit. Du warst sogar schon in der Zeitung. Denkst du, das Thema sollte Medial noch weiter verbreitet werden? Vielleicht auch im TV?

Definitiv JA! Wenn man bedenkt das rund 65 Millionen Menschen alleine in Deutschland jeden Tag TV schauen ist das doch eine großartige Reichweite. Immerhin sind das rund 78% der Deutschen Bevölkerung! Wenn davon nur 1/4 den Beitrag über Sternenkind Fotografen im TV verfolgt, dann sind dies immer noch 16,5 Millionen Menschen. Das wäre doch großartig oder? Ich selbst sehe mich aber nicht im TV. Ich weiß auch nicht ob ich das möchte. Rein für die Öffentlichkeitsarbeit? Sofort! Von so vielen Menschen gesehen zu werden und quasi im Mittelpunkt stehen? Nein Danke, das ist nicht meine Welt.

Ich hoffe das Interview hat euch gefallen und Ihr habt nun wenigstens einen kleinen Eindruck in meiner kleinen Welt. Ich freue mich wenn auch dieser Beitrag fleißig geteilt wird und Ihr mir einen Daumen nach oben gebt.

Liebe Grüße, Benny

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