10 Fragen an mich als Sternenkind Fotograf – Ein Interview –Teil 1–

Wenn ich zu Einsätzen gerufen werde, fragen mich die Eltern oft wie man dazu kommt Sternenkinder zu Fotografieren bzw. Sternenkind Fotograf zu werden. Meistens jedoch interessiert Sie eher der Ablauf vom Anfragen bis zur Kontaktaufnahme mit einem Fotografen.

Allerdings sind nicht nur betroffene Eltern neugierig wieso, warum, weshalb man das macht. Auch Freunde, bekannte und Verwandte stellen oft viele Fragen wenn das Thema aufgegriffen wird. Die ,,top ten“ dieser Fragen möchte ich euch hier beantworten.

Sternenkinder Herzenssache

1. Deine AlarmApp geht oft mehrmals am Tag. Was geht dir durch den Kopf wenn das Handy schrillt?

Die ersten Wochen hab ich mich jedes mal erschreckt wenn das Handy los schrillte. Man fühlt sich gerade als absoluter Neuling gewissermaßen Verpflichtet, auch wenn man das nicht ist. Ich war jedes mal ziemlich Aufgeregt. Als außenstehender bekommt man für gewöhnlich nicht mit wie viele Kinder den Sprung ins Leben nicht schaffen. Das ändert sich dann schlagartig. Mittlerweile bin ich etwas ruhiger wenn das Handy wieder bimmelt. Ich schaue drauf und wäge ab ob ich Zeit hab und wie weit der Weg ist. Denn oft ist der Weg die meiste Zeit die man einplanen muss denn 150 km fährt man nicht in 30 Minuten als Beispiel. In erster Linie denke ich also: ,,Hab ich Zeit? Wie kann ich die Kollegen unterstützen auch wenn ich nur ein kleines Zeitfenster bieten kann“. Man versucht also zu Organisieren das man es möglich macht den Eltern möglichst zeitnahe, sofern das Kind schon da ist, diese wertvollen Erinnerungen zu machen.

2. Macht es dich traurig, wenn viele Calls rein kommen? Immerhin bedeutet es jedes mal, das ein Baby gestorben ist, oder sterben wird.

Kurz und knapp. JA!. Ich empfinde tiefes Mitgefühl jedes mal wenn wieder ein Call rein kommt. Ich selbst kann nicht nachempfinden wie das ist ein Kind zu verlieren obwohl ich selbst zwei gesunde Kinder habe, aber ich kann mir durchaus Vorstellen das es nichts schlimmeres gibt. Wieder ein Kind das es nicht schafft oder geschafft hat. Eltern die vor lauter Trauer und Verzweiflung in dem Moment weder vor noch zurück wissen. Beispiel Todesanzeigen in der Zeitung. Man sieht da ist ein Baby gestorben. Man nimmt es wahr, denkt sich wahrscheinlich auch ,,Oh Gott wie schlimm“ und blätter weiter. Denkt mal länger drüber nach.

3. Du hast zwei gesunde Kinder, das jüngste gerade knapp ein Jahr alt. haben deine Kinder etwas dazu beigetragen, das du nun Fotograf bei DSK bist?

Da muss ich etwas ausholen. 2017 habe ich mich erstmalig gefragt ob es Sternenkind Fotografen gibt. Diese Frage habe ich mir dann im Hinterkopf behalten. 2018 sah ich dann im TV ein Bericht über Sternenkinder worauf hin sich meine Frage aus dem Hinterkopf wieder meldete. Da habe ich dann angefangen zu suchen und auch ziemlich schnell DSK entdeckt. Aber bin ich für eine solche Aufgabe bereit? Ich habe mich umfassend mit DSK beschäftigt und dem Thema Sternenkinder und habe dann entschlossen das ich helfen will. Ich WILL diesen Eltern diese Erinnerungen machen. Abschließend würde ich also sagen das meine Kinder keinen Einfluss darauf hatten das ich mich dort beworben habe.

4. Würdest du selbst einen Sternenkind Fotografen anfordern?

Vor dieser Frage hatte ich ehrlich gesagt etwas Respekt. Ich glaube schon das ich einen Fotografen anfordern würde. Es sind nun mal die ersten und letzten Bilder. Wichtigere Erinnerungen gibt es nicht. Manch einer würde sich wahrscheinlich denken, ich bin ja Sternenkind Fotograf, warum machst du es nicht selbst? Ganz einfach. Ich würde es nicht können. Ich wäre zu aufgewühlt mein eigenes Wunder zu fotografieren. Außerdem würde ich Bilder wollen, wo ich mit drauf bin. Also Familienbilder, so wie es viele wollen und wie es auch richtig ist. Alleine schon die Vorstellung, sowas erleben zu müssen, treibt mir die Tränen in die Augen. Es hört sich zwar egoistisch an aber das würde ich auch über den Kopf meines Partners hinweg entscheiden. Wenn meine Partnerin keine Bilder haben wollen würde, dann würde ich das für mich machen lassen denn ich möchte diese Erinnerungen haben.

5. Wie trittst du betroffenen Eltern gegenüber?

Das ist völlig unterschiedlich. Bereits beim ersten Telefonat kann man erahnen wie die Eltern gerade emotional drauf sind. Es gibt Eltern die sind ziemlich gefasst und sehr offen und es gibt Eltern, wie bei meinem ersten Sternchen, die nicht dabei sein möchten und auch keine Form der Kommunikation wünschen. Wenn ich das Zimmer, habe ich einen kurzen Moment die Lage zu erfassen. Ich stelle mich mit den Worten: ,,Hallo, nennt mich Benny. Mit ,,Du“ ist es einfacher. Mein herzlichstes Beileid zu dem was euch passiert ist. Wollt Ihr mir erzählen wie dazu kam?“ Klingt jetzt erst mal nach ,,mit der Tür ins Haus fallen“, aber tatsächlich sind auch die Eltern froh, wenn man sich nicht anschweigt und die meisten Paare haben großen Redebedarf. Ich unterhalte mich erst mit den Eltern bevor ich in meiner Tasche rumkrame um die Kamera startklar zu machen. In diesem ersten, intensiven Gespräch, kann man nebenbei auch schon einen Einblick bekommen was die Eltern sich vorstellen. Nur wenn die Eltern sich im beisein eines fremden wohlfühlen, ist auch das Fotografieren deutlich entspannter. Anweisungen wie was liegen könnte gebe ich für gewöhnlich nicht. Ich frage die Eltern ob ich das Kind selbst positionieren darf bei den Detail Bildern. Dann können die Eltern zuschauen haben nicht zusätzlichen Druck, etwas falsch zu machen. Bei den Familienaufnahmen gebe ich das Kind zurück zur Mama oder zum Papa und halte lediglich die Momente fest wo sie sich verabschieden. Das ist natürlicher als ,,gestellte Szenen“. Im Grunde tue ich nichts weiter als die Eltern, während des Shootings, zu begleiten. Ohne hektik.

Das war Teil 1 des Interviews. Den zweiten und finalen Teil gibt es nächste Woche zur selben Zeit. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick geben was ich denke und fühle.

Lieben Gruß, Benny

Öffentlichkeitsarbeit ist so wichtig

Nicht nur das reine ,,Erinnerungen schaffen“ ist wichtig in meinem Ehrenamt als Sternchen Fotograf. Die Menschen müssen schließlich auch wissen das es die Initiative Dein-Sternenkind.org auch gibt. Daher ist Öffentlichkeitsarbeit so wichtig.Denn alleine durch diese Initiative bin ich erst dazu gekommen dieser wundervollen Aufgabe nachzugehen. Dein Sternenkind (kurz: DSK) ist einfach gesagt ,,nur“ der Vermittler zwischen Fotograf und Eltern. Ich bin dort nicht angestellt oder sowas. In meinem Beitrag ,,Fotograf anfordern“ können auch die neuen Leser nachschlagen wie das abläuft. Dazu klicke hier.

Nur Flyer und Visitenkarten reichen nicht

Eigentlich müsste es jedem klar sein, das heutzutage Flyer und Visitenkarten nicht ausreichen, um etwas mit großer Reichweite bekannt zu machen. Facebook, Instagram und co. sind nahezu unabdingbar. Aber auch die geliebten Social Media sind keine Erfolgsgarantien. Gerade bei solch empfindlichen Themen muss man das wohl schwierigste tun. Mit den Menschen reden. Anlässlich des 20. Jährigen Jubiläums der Sternenkinder Ambulanz Wuppertal am 05.10.2019, hatten wir die Ehre dort einen Infostand von DSK aufzubauen und den Leuten dort Frage und Antwort zu stehen. Vor allem Klinikpersonal wollte ich erreichen. Denn diese sind, neben dem Elternpaar selbst, diejenigen die uns rufen und uns empfehlen.

Unser Stand

Unser Stand war eigentlich ziemlich übersichtlich. Ein Tisch mit einer weißen Decke. Verziert mit Infomappen für Klinikpersonal und Flyern für Eltern, haben wir zusätzlich 6 große Fotos ausgestellt sowie einen Roll Up mit dem Titelbild, welches auch auf der Homepage von Dein-Sternenkind zu sehen ist. Ein LED Baum, geschmückt mit weiteren kleinen Bildern sorgte für entsprechendes Ambiente.

Infostand Dein Sternenkind

Unsere ausgestellten Fotos sind natürlich keine Stock Bilder sondern von uns Fotografen bei realen Einsätzen entstanden.

Fotocollage mit Sternenkindern

Es ist nicht viel, aber es reicht um Aufmerksamkeit zu bekommen und da unser Stand auf der Empore in der Kirche war, hat man uns natürlich auch ganz gut sehen können. Lediglich die Stufen waren wohl etwas abschreckend für viele 🙂 Wir waren natürlich nicht die einzigen Aussteller an dem Tag und es war ein durchaus Interessantes Programm.

Wunderbaum mit LED

Dieses schnuckelige LED Bäumchen war meiner Ansicht nach die wohl schönste Idee. Mit wenig Handgriffen das Schönst mögliche Ergebnis zu erzielen was auch noch schnell geht. Da stehe ich ja drauf.

Programmstart und emotionale Momente

Bei solchen Veranstaltungen ist es natürlich klar das auch vorm Gebäude andere Aussteller dekoriert und aufgebaut wird. So standen vor der Kirche (Die Veranstaltung fand in der City Kirche statt) Särge zum bemalen. Dazu aber später….

Wie bereits erwartet startete das Jubiläum mit einer kleinen Eröffnungsrede und ganz viele Danksagungen an die Verantwortlichen, der Kapelle die das ganze Musikalisch begleitet hat, engagierten Ärzten und und und. Auch hier wurde immer wieder deutlich erwähnt wie wichtig das Thema Sternenkinder ist und wie man die Eltern bei der Trauer unterstützen kann. Eine Mutter, fasste den Mut und erzählte Ihre Geschichte mit Ihrem kleinen, wie Sie selbst sagte, Baby Mädchen.

Es war ein für mich hochemotionaler Moment. Ich bin schon recht, nennen wir es abgebrüht aber da musste ich mit mir selbst ringen.

Ein junges Elternpaar welches heute gerade 28 Jahre alt ist, musste 2017 durch die Hölle. Sie haben bereits einen kleinen Sohn und ein Geschwisterchen sollte das Familienglück komplettieren. Es war auch alles gut zu Anfang. Die Untersuchungen waren unauffällig. Man entschied sich auch dazu zur Pränatal Diagnostik zu gehen. Einfach um Gewissheit zu haben. Und diese Gewissheit sollte das Leben auf der Familie auf den Kopf stellen………

In der 17. Schwangerschaftswoche fuhren die Eltern zur Pränataldiagnostik und dort wurde festgestellt, das Kind hat Trisomie 18 oder auch Edwards Syndrom. Was das Edwards Syndrom ist, könnt Ihr hier nachlesen. Meistens sind die Kinder bei dieser Chromosomen anomalie nicht, nur sehr eingeschränkt oder nur kurz Lebensfähig. Die Mama bricht hier das erste mal in Tränen aus und hat Mühe, sich zu fangen. Ihr jüngster Sohn wurde ab diesem Zeitpunkt eine große Stütze für die Eltern. Es folgten weitere Untersuchungen. Die Eltern entschieden sich bewusst, noch nicht für einen Abbruch und besuchten regelmäßig Ärzte. Dem Kind ging es noch gut. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft wuchs das Kind natürlich und es wurde aktiv. Man spürte das Kind strampeln. Das kleine Baby Mädchen war quietsch fidel und turnte fröhlich Bauch herum. So sollte es aber nicht bleiben.

Es wurde ruhiger im Bauch bis sich die kleine Maus dann gar nicht mehr ,,meldete“. Erneut fuhren die beiden zum Arzt, der dann auch das schlimmste bestätigte. Das Herz hat aufgehört zu schlagen. Wieder brach die Mama in Tränen aus. Auch für mich ein Moment kurz inne zu halten um sich darauf zu konzentrieren, nicht auch ein Tränchen zu verlieren. Gerade einmal 4 Tage später wurde das Baby Mädchen still gebohren. Still. Kein schreiendes Baby. Keine Glückwünsche. Still. Keine Freuden Tränen. Tränen der Trauer und Verzweiflung ist das, was keiner nach der Geburt will. Sie entschieden sich dafür das Baby Mädchen Fotografieren zu lassen für die ersten und letzten Bilder. Aber Erinnerungen für immer. Ein DSK Fotograf war da und erfüllte den Eltern diesen Wunsch und so haben sie wertvolle Erinnerungen die Ihnen sehr dabei half, den Schmerz erträglich zu machen. Ich glaube dieser Schmerz ist nie weg. Man geht nur besser damit um.

Viele Gespräche und Eindrücke

Nach dieser sehr berührenden Geschichte wurde mir nochmal klar das Öffentlichkeitsarbeit wichtig ist. Ich stellte mich mit drei anderen DSK’lern auf und wartete auf angeregte Gespräche mit den Leuten. Zugegeben, wir wurden nicht unbedingt überrannt. Aber wir wurden wahrgenommen. Hebammen, Seelsorger und andere Interessierte fragten uns aus und saugten die Infos förmlich auf. Ein Mann fiel mir besonders auf. Er fragte zwar nichts sondern holte sich nur einen Flyer aber er hatte die ganze Zeit feuchte Augen und beim betrachten der Bilder nahm man ein deutliches schluchzen wahr. Wie gerne hätte ich mich Ihm angenommen aber wie wir Männer ja so sind, wir gehen. Er bedankte sich für unser Engagement und verabschiedete sich.

Es war ein langer Tag und emotional sehr anstrengend. Aber jeden Flyer und jede Infomappe die wir rausgegeben haben ist ein Erfolg. Ich bin mir sicher das wir die Menschen dort erreichen konnten.

Liebe Grüße

Benny

Nicht alle Einsätze enden wie gewünscht

Macy, dich durfte ich nie Treffen

Freitag, 27. September. Meine AlarmApp schrillt. In Paderborn hat es wieder ein Kind nicht geschafft. Also erstmal ins Forum schauen und nachforschen was passiert ist.

Die Mutter befindet sich bereits in der 38. Schwangerschaftswoche. Aufgrund der Größe wollten die Ärzte die kleine Macy bereits am Samstag holen. Doch bei der Voruntersuchung einen Tag zuvor, stellte man keine Herztöne mehr fest. Das Kind war kerngesund, es gab nie Auffälligkeiten. Das kleine Herzchen hat einfach aufgehört zu schlagen. Ich glaube bei einer solchen Hiopsbotschaft, fühlt man nichts. Man ist leer.

Der Erstkontakt

Ich rufe erstmal die Schwester des Vaters an. Sie ist als Ansprechpartnerin hinterlegt. Es klingelt und klingelt…… mhm, es geht keiner ran. Ich möchte auch nicht Sturmklingeln und hinterlasse eine Whatsapp mit der bitte um Rückruf. Es dauert auch nicht lange bis ich eine Antwort erhalte. Aber kein Anruf. In einer Whatsapp bat die Schwester darum mich am nächsten morgen anzurufen. Okay dachte ich. Das geht in Ordnung. Die Einleitung beginnt ohnehin erst am Folgetag. Sie rief mich dann auch Samstags morgens an erzählte mir nochmal was passiert ist. Ihre Stimme zitterte förmlich und sie musste sich zusammenreißen um sich nicht zu verhaspeln. Ich erklärte Ihr den Ablauf, mit der bitte, mich auf dem laufenden zu halten wenn sich etwas tut. Es heisst nun also warten.

Vorbereitungen treffen

In meinem Kopf spielen sich wieder Szenarien ab, Wie sieht das Kind aus? Wie sind die Eltern drauf? Was nehme ich alles mit? Eigentlich packe ich immer vorsorglich Kleidung ein und überprüfe meine Akkus mehrfach. Nervosität macht sich breit und ich schaue ständig aufs Handy. Aber erstmal heisst es Kamera und Optiken putzen. Schmutzpartikel oder gar streifen könnte ich mir auf den Fotos nicht verzeihen. Speicherkarte leer und eingepackt? Das wäre der Supergau. Lieber alles 3 mal kontrollieren. Meinen Einsatzkoffer noch eben auf vollständigkeit kontrollieren und dann etwas runterkommen.


Frage ich mal nach?

Abends dachte ich mir, ich frage mal nach wie der Stand der Dinge ist. Knapp eine Stunde später meldet sie sich auch zurück. Es tut sich wenig, es heisst weiter warten. Das ist grausam. Wissentlich das man seine größte Liebe still zur Welt bringen muss und dann dauert es an. Es sollte doch alles so schnell gemacht werden weil das Kind ja schon ,,fertig“ war und dann zieht es sich doch in die länge. ,,Ich bin die ganze Nacht und den Sonntag für euch da“. Erleichtert bedankte sie sich bei mir. ,,Es ist Ihr erstes Kind und alles war gut“ Man spürte die tiefe betroffenheit beim Schreiben und sagte Ihr das es mir unendlich leid tut was gerade passiert. Wärend wir so hin und her schreiben kam dann plötzlich die Nachricht es wäre soweit….

Das Drama beginnt

Sie schickte mir die Nummer Ihres Schwagers, dem Vater. Ich schrieb ihn direkt an und fragte ob es soweit ist. ,,Nein, meine Frau schläft dank der PDA aber es sind starke Wehentätigkeiten. Wir rechnen mit der Geburt in den frühen Morgenstunden“. Puh, falscher Alarm. Da war ich dann auch direkt wieder wach. Ging aber doch erstmal ins Bett und schrieb dem Vater das er mich jederzeit anrufen kann. Als ich dann wieder gegen 9:00 Uhr wach wurde, schaute ich panisch aufs Handy. Hab ich den Anruf überhört? Nein. Er schrieb mit eine Whatsapp das das Kind um 2:53 Uhr geboren wurde und sie selbst einige Fotos mit dem Handy gemacht haben. Die kleine Maus sehe wohl schon ziemlich mitgenommen aus, sodas weitere Fotos durch einen Fotografen nicht mehr nötig seien. Mit Hilfe der Schwester versuchten wir die Eltern noch umzustimmen. Professionelle Fotos sind doch was anderes wie Handybilder und das ich auch mit mitgenommenen Kindern Erfahrung habe und das für mich kein Problem darstellt. Leider bekam ich darauf keine Antwort mehr und so musste ich den Call dann beenden. Leider. Ich hoffe so sehr für die Eltern das Sie diese Entscheidung später nicht bereuen. Ich werde wohl noch lange an die Familie denken….

Liebe Grüße

Benny

Die Zauberhafte Luisa

Da sitzt man gerade beim Tätowierer und möchte sich sein Schriftzug nachstechen lassen da meldet sich ziemlich Lautstark die Alarm App.

Arnsberg……. Dort kam im Dezember 2018 meine Tochter zur Welt und jetzt soll ich dort ein Sternchen Fotografieren? Noch bevor ich überlegt habe drückte ich schon auf grün und schaute hastig ins Forum um zu sagen: ,,Ich übernehme und rufe an“.Also runter vom Stuhl und ,,mal eben“ vor die Tür. Der Papa erwartet mein Anruf. Es klingelte recht lange bis eine ziemlich traurige aber sehr ruhige Stimme dran ging. Ich stellte mich kurz vor und überließ Ihm dann das Wort. Er war ziemlich unsicher sodass ich Ihm den üblichen Ablauf erklärte und das ich sein Ansprechpartner bin und er sich zu jeder Tageszeit melden kann wenn es was neues gibt oder das Kind da ist. Ziemlich erleichtert bedankte er sich für die schnelle Rückmeldung versprach, sich zu melden wenn sich was tut. Gut dachte ich, schnell wieder rein und fertig werden. Ich habe viel vorzubereiten.

Die Ausrüstung klar machen

Zuhause angekommen packte ich direkt mein Köfferchen. Akkus aufladen bloß nicht vergessen und wo ist meine Speicherkarte? Putzen muss ich meine Objektive ja auch noch. Alles in allem ein aufregender Nachmittag. Ständig schaute ich aufs Handy. Hat er geschrieben? Tut sich was? Bis kurz nach 16 Uhr nichts. Dann die Botschaft das sie nun im Kreißsaal sind aber sich die Geburt noch ziehen könne. Okay dachte ich. Ich bin bereit. Bis 23:30 Uhr hatte ich dann Zeit gedanklich durchzugehen wie ich die Bilder mache. Zumindest theoretisch, denn man weiß ja nie so recht was da kommt.

Ab ins Auto und los

23:30 Uhr klingelte mein Telefon: ,,Hallo Benny, meine Tochter ist da. Kannst du kommen?“

,,Ich bin schon unterwegs.“


Meine Sachen waren ja alle schon gepackt. Also nichts wie los. Ich hatte nur 31km Anfahrt. Also ganz ruhig. Mucke aufgedreht und ab auf die Bahn. Um diese Uhrzeit ist es Gott sei Dank quasi Menschenleer auf der Autobahn bei uns. Am Krankenhaus angekommen, ging ich dann zielstrebig Richtung Kreißsaal. Ich wusste ja noch wo alles ist. Gegensprechanlagen sind und werden nie meine Freunde. Ich hasse es einfach da rein zu sprechen vor allem wenn sich noch Angehörige anderer werdenden Eltern im Warteraum befinden. Da stellt man sich ja nicht als Sternenkind Fotograf vor. Musste ich auch gar nicht. Die Hebammen haben mich bereits erwartet. Es war viel los. Die Kreißsäle waren alle belegt. Entsprechend viel zu tun hatten die Hebammen dann auch.

Das Kennenlernen und das Fotografieren

,,Entbindung 4“ Toll dachte ich. Der kleinste Saal auf der Station. Das wird ja eine spannende Aufgabe da zu Fotografieren. Mein Gefühl sollte mich nicht trügen. Die überaus liebevolle Hebamme meldete mich an und bat mich dann herein.

Der Papa begrüßte mich als erstes. Wir haben am Telefon schon ausgemacht das wir uns duzen. Es ist einfach schöner.

,,Hallo Benny, schön das du so schnell noch gekommen bist. Ihr macht eine Wahnsinnig tolle Arbeit. Schön das es euch gibt“.

Zack war das Eis gebrochen. Man verstand sich auf Anhieb und so begrüßte ich auch die Mutter. Beide waren sichtlich traurig aber auch zugleich froh, das die Geburt so schnell vorbei war. Da war sie also. Mein erstes Sternen Mädchen. Luisa soll sie heißen. Was eine süße Maus. Ein wunderhübsches Mädchen, geboren in der 31. Schwangerschaftswoche weil das Herzchen plötzlich nicht mehr wollte. Einfach so. Ohne Grund. Ich glaube jeden Eltern stellt sich dann nur eine Frage. Warum? Warum sollte es nicht sein? Warum unser Mädchen? Wir haben dich doch so sehnlichst erwartet. Alles war doch schon fertig für deinen Einzug. Man muss keine Gedanken lesen können. Es steht den Eltern fast schon auf die Stirn geschrieben. Ich ging dann zur kleinen Luisa und auch sie begrüßte ich ganz Selbstverständlich, Die Hebammen sollte noch eine andere Mütze bringen. Die gestellte von der Klinik war, naja, sagen wir nicht ganz so hübsch.

Gut das ich was mitgebracht habe.

Anfangs war der Papa skeptisch ob er mit auf die Bilder möchte aber er hat sich dann doch dafür entschieden. Ich wechselte das Mützchen. Die Mama hat sich nicht getraut und holte dann meine Kamera und schoss erst mal einige Familienfotos. Eine Hebamme kam dann dazu und übernahm das Lagern der kleinen Maus. Einen schönen hergerichteten Korb sollte Luisa betten. Die Hebamme blieb solange bis ich fertig war. Ich war total begeistert. Das fand ich ganz toll, das Sie sich trotz dem Stress eine halbe Stunde Zeit nahm. Es machte das ganze auch etwas einfacher. Man kam super ins Gespräch und man hatte das Gefühl das sich die Eltern ganz wohl fühlten trotz der fremden Menschen im Raum.


Viele Bilder wollten die beiden dann aber nicht. Es wurden nur 25 Fotos. Mehrfach fragte ich nach ob wir nicht noch…. Nein, das reicht uns. Okay. Nachdem sie sich die Bilder kurz angeschaut hatten beendeten wir das Shooting und musste nur den lästigen Papierkram ausfüllen lassen. Danach hab ich mich aber Verabschiedet und wollte Ihnen die kurze Zeit als Familie nicht stehlen.

Den Hebammen habe ich noch mehrere Flyer da gelassen. Sie hatten keine mehr.Ich fuhr dann, fast schleichend, um 01:00 Uhr nach Hause und setzte mich noch an die Bilder. Vorher würde ich doch keine Ruhe finden. Dadurch das die kleine Maus schon Hautablösungen hatte, sollte das bearbeiten dann doch länger dauern. Aber das musste erst fertig bevor ich schlafen gegangen bin.

Meine erste Blogparade

Wow. Meine erste Blogparade wo ich dran teilnehme. Da müssen die Tasten glühen und die Rechtschreibfehler sich auf ein minimum beschränken. Ich wusste erst gar nicht was eine Blogparade ist. Klang aber immer irgendwie spannend. Also mussten die Suchmaschinen herhalten und mir des Rätsels Lösung offenbaren. Ausserdem finde ich es wichtig wenn Ihr Leser wisst, warum ich Blogge und was meine Motivation dahinter ist.

Wie bin ich zum Bloggen gekommen?

Immer wieder mal habe ich drüber nachgedacht einen Blog zu erstellen. Aber nie hatte ich wirklich ein Thema worüber ich langhaltend schreiben würde. Motorräder? Autos? Ich dachte, es muss etwas sein wo mein Herzblut drin steckt. Etwas wo ich den Menschen eine Freude mit machen kann. Als Sternenkindfotograf erhält man das wohl größte Geschenk, die größte Belohnung die man erhalten kann. Tiefste Dankbarkeit. Wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, stellt sehr schnell fest, das viel zu wenig drüber gesprochen wird. Nicht nur das Thema Sternenkinder selbst, sonder die Möglichkeit, erinnerungen mithilfe eines Fotografen festzuhalten und genau DAS muss meiner Meinung nach einfach jeder wissen. Es ist eine Form von Trauerbewältigung.

Ich Blogge seit Juli 2019 aktiv und der Anfang war nicht leicht. Das Design, WordPress installieren und und und… Mich erfüllt es mit stolz Sternenkindfotograf zu sein und rede viel über dieses Thema. Ich bin manchmal schon fast lästig 🙂 Aber das hält mich nicht davon ab weiter zu machen für diese gute Sache.

Was gefällt mir am Bloggen?

Ich bin kein großer Autor und werde es wohl auch nie. Aber durch das Schreiben der Beiträge, kann ich meinen Gefühle, meinen Gedanken einfach mal freien lauf lassen. Ich fühle mich nach dem Verfassen eines Beitrages einfach besser. Es ist quasi mein Sport zum abreagieren. Das ist auch genau das was mich weiterhin Motiviert. Einfach dieses ,,rausschreiben“ meiner Gedanken. Natürlich stecken 90% meiner Motivation darin, das Thema in die Köpfe der Menschen reinzuhämmern. Nebenbei lernt man immer wieder neue Leute kennen. Viele Interessante Menschen mit denen man sich über das Bloggen, die Arbeit und über Gott und die Welt austauschen kann. Jeder hat andere kreative Ideen seine Beiträge zu erstellen. Ich lerne sehr viel durch diesen Austausch. Wenn man mal etwas die Suchmaschinen benutzt, gibt es zu fast jedem Thema ein Blog. Es ist ja auch nicht einfach nur lesen und gut. Blogger sind in vielerlei hinsicht Problemlöser und genau das möchte ich sein. Ein Problemlöser. Wenn ich so zurückdenke, habe ich die richtige Entscheidung getroffen das alles hier zu erstellen um das Thema ,,Sternenkinder“ endlich anzugehen.


Was stört mich am Bloggen?

Es ist Arbeit. Es ist sogar viel Arbeit. Einfach losschreiben ist nicht. Man sollte schon sich vorab Notizen machen, seinen Beitrag überdenken. Eine Gewisse Vorbereitung ist unumgänglich um einen lesbaren, interessanten und vielleicht sogar lustigen Post zu erstellen. Wenn man dann seine ersten Beiträge hat und Werbung macht bis der Arzt kommt, dann aber sieht, das nur wenige Leute zu deinem Blog finden, geht die Motivation schnell in den Keller. Ich habe viel gelesen um zu verstehen wie man seinen Blog effizient nutzt und ihn bekannt macht. Natürlich funktioniert die nicht innerhalb von 24 Stunden. Man braucht Geduld und Zeit. Mein Blog hat auch nocht nicht viele Besucher aber ich Arbeite daran das sich das ändert und das neben dem Job und Familie. Aber ich habe bisher nicht daran Gedacht wieder alles zu schließen. Dafür ist mir mein Ziel zu wichtig.

Meine Zukunft als Blogger. Was habe ich nun genau vor?

Ich stelle mir die Frage, möchte ich als Person bekannt werden? Nein. Es ist natürlich schön wenn man Online seine eigene Homepage sieht. Aber Vordergründig ist doch das, worum es in diesem Blog geht. Nämlich um die Sternenkinder. Gar nicht mal nur um die Kinder als solches sondern eher, das JEDER die Möglichkeit hat, im Falle einer Totgeburt, seine Tochter oder seinen Sohn völlig kostenfrei Fotografieren zu lassen. Als Erinnerung an seinen Kind. Als Zeugnis dafür, das es dieses Kind gab. Als das erste und letzte Bild des kleinen Menschleins, welches den Sprung ins Leben nicht geschafft hat. Ihr werdet hier meine Einsatzberichte lesen können wenn ich wieder ein kleines Sternchen Fotografiert habe. Es werden wissenswerte Zahlen und Fakten hier niedergeschrieben. Alles natürlich passend zum Thema.

Soviel zu mir und meiner Motivation als Blogger. Viel Spass beim Lesen 🙂

Mein Einsatzkoffer für die Sternchen

Man schnappt sich die Kamera, macht fix ein paar Fotos vom Kind und rauscht wieder ab. Ziemlich einfach oder?

Grundsätzlich ist das schon richtig. Aber man sollte sich vor Augen führen, das ich Erinnerungen schaffe. Es sollen also ästhetische Bilder werden. Professionelle Bilder. Ich fotografiere also nicht einfach wild drauf los. Mein Ziel ist es, das Kind so zu fotografieren das es schlafend aussieht und nicht tot. Natürlich ist das nicht immer möglich aber man tut alles dafür.

Wie mache ich das denn nun?

Ich fahre nie ,,nackig“ zu einem Einsatz. Neben meiner Kameraausrüstung, (Liste gibts am Ende) habe ich auch jede menge anderes equipment. Kleidung fürs Kind, (sortiert nach Schwangerschaftswoche) kleine Anhänger, Kissen und Herzchen zum beilegen.

Einsatzkoffer für meine Sternchen

Teelichter und andere selbstbeklebten Kerzen sind auch beiliegend. Das mache ich allerding nicht selbst sondern beziehe diese Sachen von Herzenssache e.V. All diese kleinen dinge helfen mir das Kind würdevoll zu fotografieren ohne das es kitschig aussieht. Ich bin immer dankbar, wenn die Eltern diesen part übernehmen, nicht weil ich berührungsängste habe, sondern weil es ein wichtiger Schritt für die Eltern ist Abschied zu nehmen. Im Prinzip begleite ich die Eltern nur auf diesem weg, indem ich die Situation Fotografisch festhalte. Leider möchten nicht alle Eltern mit auf die Bilder. Ist ja auch okay. Ich versuche allerdings immer überzeugungsarbeit zu leisten um dann doch Familienbilder machen zu können.

Ein Engelchen in die Hand legen, ein Herz auf die Brust legen. All dies sind kleinigkeiten die aus Bildern, Fotos machen. Gerne stelle ich auch einfach nur eine Kerze oder ein Engelchen scharf und lasse, bewusst das Kind unscharf.

Ein Beispiel von meinem ersten Sternchen

Die Fotos werden natürlich nach den wünschen der Eltern gemacht. Es ist allerdings auch wichtig eigeniniziativ Vorschläge zu machen, was noch möglich ist bzw. was auch toll aussehen könnte. Daher frage ich immer ganz behutsam ob es inordnung ist, das ich das Kind positioniere. Man darf keine Scheu haben zu fragen. Die Eltern sind schlussendlich dankbar für alles.

Was passiert mit den dingen die beim Kind lagen?

Ganz einfach. Es verbleibt dort! Diese kleinen gimmicks verbleiben als Geschenk beim Kind oder bei den Eltern. Ich gebe ein Engelchen Anhänger meistens in doppelter ausführung ab. Eins fürs Kind und eins für die Eltern. So haben Sie ein Symbol der verbundenheit. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie schön es ist zu sehen, wieviel freude und dankbarkeit ein so kleines ,,Teil“ in ein Gesicht zaubern kann. Kurz gesagt verbleibt alles beim Kind/Eltern was ich zum Kind gelegt habe oder was das Kind von mir zum ankleiden bekommt.

Was befindet sich in meinem Einsatzkoffer?

Zuerst das wohl wichtigste. DIe Kameraausrüstung.

  • Nikon D 3200
  • Nikon Nikkor 18-105mm f/ 3.5
  • Nikon Nikkor 40mm f/ 2,8 Makro
  • Sigma 10-20mm f/ 3,5 Weitwinkel
  • Tarion Stativ
  • Hama Fernauslöser (bei längerer belichtungszeit sehr praktisch)

Mein Einsatzkoffer.

  • Kleidung von Schwangerschaftswoche 15 bis 40
  • kleine Anhänger ,,Engel“ in verschiedenen Farben
  • Stoff Herzen
  • Stoff Sternchen
  • Teelichter
  • selbst beklebte Kerzen
  • Ton Figuren
  • kleine Ketten und Armbänder
  • diverse Stoffteile (Schmetterlinge etc.)
  • Parkschild und Flyer
  • DSGVO Vertrag für die Eltern

Parkschild? Ich habe imer ein Parkschild im Auto liegen wenn ich mal nicht so schnell ein Parkplatz bekomme, ich nicht direkt ein Knöllchen kassiere. Es sei gesagt das dieses Schild einem nicht von der Parkplatzgebührenpflicht befreit, sondern erhoffe ich mir einfach Verständnis der Politessen und/oder Parkplatzwächter. Bisher ging es gut 🙂


Schlusswort

Es ist nicht immer so das ich Kleidung mitnehmen muss. Es kommt ganz drauf an ob die Eltern dies wünschen oder ob Kleidung in der Klinik vorhanden ist. Am wichtigsten für mich als Fotograf ist der DSGVO Vertrag. Den müssen die Eltern unterschreiben damit wir vom Kind auch wirklich Bilder machen dürfen.

Das war es erstmal wieder von mir. Ich freue mich auf Feedback und viele neue Leser. Bis bald.

Benny

Fotograf anfordern

Kleiner Blick hinter den Kulissen

Was passiert eigentlich genau wenn Eltern, Krankenhauspersonal oder Familienangehörige einen Fotograf anfordern? Es klingt erstmal alles aufwendiger als es eigentlich ist. Über das Anforderungsformular auf www.dein-sternenkind.eu wird eine Anfrage an unsere Koordinatoren gestellt. Dort sind einige wenige Felder auszufüllen die uns helfen sich auf die Situation einzustellen. Schwangerschaftswoche, evtl. vorhandene Fehlbildungen, Ansprechpartner und Ort sind mitunter die wichtigsten Fakten für uns Fotografen.

Nachdem das Formular abgesendet wurde, wird euch sehr zeitnahe einer unserer Koordinatoren zurückrufen um Infos abzufragen wie z.B. wann die Einleitung beginnt (als Beispiel). Ist dies erledigt, wird ein neues Thema in unserem geschlossenen Forum erstellt zu genau jenem Call (Fotografen Anforderung).

Dann ist ja alles in Butter oder? Nein!

Unsere AlarmApp

Natürlich hängen wir Fotografen nicht den ganzen Tag im Forum rum und warten auf neue Calls. Wir haben ja schliesslich auch ein Leben.

Dafür haben wir allerdings eine AlarmApp. Nachdem der Call im Forum eröffnet wird, Alarmiert der Koordinator den betroffenen Alarmkreis. Deutschland ist aufgeteilt in Alarmkreise. So werden mehrere Fotografen alarmiert wenn ein Call reinkommt.

Hier sehr Ihr einen Beispielhaften Call in der Alarmapp. Uns ist nun freigestellt ob wir diesen Alarm annehmen oder nicht. Lehnen wir ab, so ist dieser Call für uns beendet und brauchen nichts weiter tun. Nehmen wir diesen Call an, lesen wir die kurzinfo in der AlarmApp und schauen dann direkt ins Forum. Dies ist sehr wichtig da dort im neu erstellten Beitrag alle relevanten Infos stehen und sich dort die Fotografen untereinander abstimmen wer, wann übernimmt.

Nicht alle Kinder sind bereit auf der Welt wenn wir angefordert werden. Es kommt oft vor das die Eltern noch in der Geburtseinleitung sind und da dies ein Tagelanger Prozess sein kann, brauchen wir natürlich gute Seelen an Fotografen die mehrere Tage abdecken können. Auch wenn ein Fotograf zugesagt hat ein Kind zu Fotografieren, kann es ja durchaus passieren das etwas unvorhergesehenes passiert (Panne etc.) daher sind ,,Backups“ gern gesehen und erforderlich. Also Fotografen die auf Abruf stehen und im ,,worst case“ einspringen. Ich betone nochmal, wir machen das alles EHRENAMTLICH!!!

Der Erstkontakt des Fotografen

Hat ein Fotograf bestätigt das er den Call übernimmt, ist er derjenige der die Kontaktperson nochmals zurückruft.

Boar, so viel telefonieren?

Ja, so viel Telefonieren. Denn die Ansprechpartner warten sehnsüchtig auf den Anruf des Fotografen. Der Korrdinator hat zwar den Call angenommen und Alarmiert, aber das heisst ja nicht das dann schon ein Fotograf am Start ist.

Also Anrufen. Wir besprechen mit den Ansprechpartnern wann wir kommen sollen, oder wenn noch eine Geburtseinleitung im gange ist, bleiben wir einfach in Kontakt und man tauscht sich aus wenn es was neues gibt.

Der Einsatz

Alle unklarheiten beseitigt? Termin steht? Kind ist da? Dann fährt der Fotograf los um das Mäuschen zu Fotografieren. Dort angekommen, melden wir uns auf entsprechender Station und warten bis wir zu den Eltern, oder zu dem Kind hinein dürfen. Nun ist er da, der große Moment. Wir gehen rein und begrüßen die Eltern. Ich für meinen Teil bekunde mein tiefstes Beleid. Bei mir war es so, das ich mich mit den Eltern erst eine ganze Zeit lang Unterhalten habe. Nicht nur zwingend über das Kind. Sondern auch über völlig belangloses. Ich bin meistens die erste Person die Kontakt zu den Eltern hat nach Hebammen und Eltern und möchte nicht nur Fotografieren sondern die Eltern auch ein stück weit begleiten.

Das Fotografieren

Nach dem kennenlernender Eltern und des Kindes beginne ich zu Fotografieren. Die Wünsche der Eltern sind gern gesehen. Auch Bilder wo die Eltern mit drauf sind, sind gern gesehen. Vorsichtig positioniere ich das kleine Mäuschen so, das es schöne Bilder Bilder werden. Ich habe immer Repartouir an Utensilien mit wie Ketten, kleine Anhänger aber auch Kleidung passend zur jeweiligen Schwangerschaftswoche. Ich richte mich voll und ganz nach den Eltern. Wird es zu viel, pausieren wir. Das ist wohl der wertvollste Moment auch für uns Fotografen: Wenn die Eltern gemeinsam mit dem Kind Kuscheln, sich verabschieden. Natürlichere Bilder gibt es nicht. Nichts ist gestellt. Man nimmt einfach die Siutation auf und versucht gar nicht aufzufallen. Man begleitet.

Das Bürokratische

Natürlich geht es nicht ohne Papierkram. Die Eltern müsen uns einen Vertrag unterschreiben der es uns erlaubt die Bilder zu machen und natürlich damit wir die Adresse der Eltern erfahren damit diese auch die Bilder bekommen. Ich persönlich versuche das immer am Ende des ,,Shootings“ zu machen. Ich verabschiede mich herzlich von den Eltern und trete die Heimreise an. Meine Arbeit ist damit allerdings noch nicht beendet.

Bilder bearbeiten, sichern und verschicken

Wenn ich nach Hause komme, muss ich den Einsatz erstmal sacken lassen. Aber eben im Forum melden das der Call geschlossen werden kann. Ich fange an die Bilder zu bearbeiten, wo die Situation nochmal hochkommt. Keine leichte Sache. Die fertigen Bilder landen nun auf unserem Server. Sollten die Bilder mal verloren gehen, haben die Eltern jederzeit die Möglichgkeit neue anzufordern. Jetzt nur noch ein schönes Päckchen schnüren und der Einsatz ist erledigt. Jenach Wunsch der Eltern können Sie wählen zwischen einer DVD, Online Download oder Fotoabzügen. Entsprechend mache ich alles fertig und verschicke die wohl wertvollsten Erinnerungen einer Familie. Nämlich die ersten und letzten Bilder des Kindes……

Ich freue mich über ein Feedback von euch. Liebe Grüße und bis Bald.

Benny

Zahlen und Fakten

Sternchen, Sternenkinder, Statistik

,,Totgeburten, Fehlgeburten, ist doch alles das selbe“

Ja, könnte man fast meinen. Aber dem ist nicht so. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen einer Fehlgeburt und einer Totgeburt.

Schauen wir uns das doch mal an:

Totgeburt:

Eine Totgeburt liegt vor, wenn nach der Geburt eines Kindes kein erkennbares Lebenszeichen nachzuweisen ist und gewisse Mindestmaße (meist 500–1000 g Körpergewicht, 25–35 cm Körperlänge, 21–28 Wochen Schwangerschaftsdauer) erfüllt sind.

Fehlgeburt:

Eine Fehlgeburt, auch (spontaner) Abort (lat. abortus; veraltet auch Missfall) genannt, ist eine vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft durch Ausstoßung und/oder Absterben einer unter 500 Gramm wiegenden Frucht.

Frucht? Ich bin kein Biologe aber ich bin mir sicher das im Mutterleib keine Mango heranwächst. Es ist verdammt nochmal ein BABY! Ein kleines menschliches Wesen. Meinetwegen auch Fötus. Es muss sich ja immer Wissenschaftlich und formal korrekt anhören. Ganz schlimm…..

Aber zum eigentlichen Thema. Sonst rege ich mich nur auf.

Im Jahre 2018 wurden 3030 Totgeburten dokumentiert (quelle Bundesamt für Statistiken, siehe Bild)

3030 Babys die den Sprung ins Leben nicht geschafft haben.

Schlimmer ist, es sind ,,nur“ die Totgeburten. Aber was ist nun mit den Fehlgeburten?

Leider habe ich bis dato keine Statistik gefunden aber ich kann euch sagen, wir Sternenkindfotografen von Dein-Sternenkind.eu haben oft mit Fällen zu tun wo das Mäuschen unter 500 Gramm wiegt, Also liegt die Dunkelziffer doch wesentlich höher als die Statistik angibt.

Rund 2400 Kinder haben wir im Jahre 2018 Fotografiert. Wir konnten ALLE eingehenden Fälle Fotografieren.

Nun sind diese 2400 Kinder allerdings nicht nur Totgeburten sonder auch Fehlgeburten oder Kinder die Opfer des plötzlichen Kindstot wurden. Ihr merkt Die Sterbefälle der Säuglinge ist wesentlich höher als 3030….

Unabhängig davon wie viele Sternchen es Jährlich sind, sind es doch 630 Kinder die nicht Fotografiert werden. Sicherlich gibt es viele Eltern die das nicht wünschen.

Allerdings gibt es auch immer noch Kliniken die von dem (100% kostenlosen) Angebot von Dein-Sternenkind.eu noch nichts gehört haben, oder aber (und das ist echt traurig) die Kliniken lehnen dies ab. Warum auch immer.

Es sind 2 Minuten wo die sich Hebammen und/oder behandelnde Ärzte nehmen müssten um ein Online Formular auszufüllen damit ein Fotograf in die Klinik kommt und den Eltern die wohl wertvollsten Erinnerungen schafft.

Mein erster Zeitungsartikel

Sooo, nachdem ich aus dem Urlaub gut erholt und hoch motiviert wiedergekommen bin, gibts auch direkt was zu lesen. Die Kamera glüht immernoch 🙂

Vor meinem Urlaub habe ich Kontakt mit der Westfalen Post aufgenommen, da ich das Thema Sternenkinder sehr gerne in die Köpfe der Menschen bringen will. Es ist leider immernoch ein Tabu- Thema und das DARF NICHT sein!

Hannes, mein zweites Sternchen

Gerade fertig beim kleinen Ilay, kurz eine Rauchen, eine kalte Cola aus dem Automat wäre auch nicht schlecht.

Danach wieder hoch. Mein zweites Sternchen am selben Tag.

Kaltes Wasser und so…..

Auch hier wurde ich wieder supernetten Schwester empfangen. Ich durfte auch fix noch eben den Vertrag auf dem PC ausdrucken.

Nachdem ich dann alles bereit hatte, ging es dann zu den Eltern. Die Schwester sagte noch das das Kind seit Morgens bei den Eltern ist.

So viel Liebe im Raum

Angekommen im Zimmer, stellte die Schwester mich den Eltern, dem Onkel und der Oma vor.

Es war eine total mit Liebe und Trauer zugleich gefüllte Atmosphäre im Raum und ich wurde sehnlichst und überaus liebevoll empfangen.

Die Eltern, etwa in meinem Alter, sind glücklich das ein Fotograf gekommen ist und waren gleichermaßen erstaunt das es so schnell ging, Wir einigten uns aufs DU, das lockert die Stimmung. Ich erklärte kurz wie es von statten ging und betonte mehrfach das jederzeit eigene wünsche und Ideen mit eingebracht werden können. Auch das wir jederzeit pausieren können und mich raus schicken können, sollte es zu viel werden.

,,Nein, bitte bleib bei uns!“

Ein Satz der mir durch Mark und Bein ging. Noch nie zuvor gesehen und doch ein Vertrauen wie alte Freunde.

Ich bat die Eltern mich gar nicht zu beachten, ich bin gar nicht da. Ich machte also die Aufnahmen. Eine dreiviertel Stunde machte ich Fotos mit den Eltern, ohne die Eltern. Immer wieder brachen die beiden in Tränen aus. Auch die Oma weinte mit. Es war einfach Herz zerreißend wie liebevoll Sie Ihren Sohn umarmten, mit Ihm kuschelten und Ihm sagten wie sehr sie Ihn lieben würden.

Nachdem ich mit dem Fotografieren fertig war, unterhielten wir uns noch etwas. Sie stellten Fragen über DSK und wollten mir eine Spende mitgeben. Ich bat Sie dann dies bitte als Überweisung zu tun und gab den beiden einen Flyer und erklärte wie es geht.

Noch schnell den lästigen Papierkram erledigen und dann wollte ich die Familie einfach nur die restliche Zeit mit Ihrem Sohn lassen. Wir verabschiedeten uns ganz herzlich….

Was für eine Starke junge Familie……… Was für ein hartes Schicksal………