Die Zauberhafte Luisa

Da sitzt man gerade beim Tätowierer und möchte sich sein Schriftzug nachstechen lassen da meldet sich ziemlich Lautstark die Alarm App.

Arnsberg……. Dort kam im Dezember 2018 meine Tochter zur Welt und jetzt soll ich dort ein Sternchen Fotografieren? Noch bevor ich überlegt habe drückte ich schon auf grün und schaute hastig ins Forum um zu sagen: ,,Ich übernehme und rufe an“.Also runter vom Stuhl und ,,mal eben“ vor die Tür. Der Papa erwartet mein Anruf. Es klingelte recht lange bis eine ziemlich traurige aber sehr ruhige Stimme dran ging. Ich stellte mich kurz vor und überließ Ihm dann das Wort. Er war ziemlich unsicher sodass ich Ihm den üblichen Ablauf erklärte und das ich sein Ansprechpartner bin und er sich zu jeder Tageszeit melden kann wenn es was neues gibt oder das Kind da ist. Ziemlich erleichtert bedankte er sich für die schnelle Rückmeldung versprach, sich zu melden wenn sich was tut. Gut dachte ich, schnell wieder rein und fertig werden. Ich habe viel vorzubereiten.


Die Ausrüstung klar machen

Zuhause angekommen packte ich direkt mein Köfferchen. Akkus aufladen bloß nicht vergessen und wo ist meine Speicherkarte? Putzen muss ich meine Objektive ja auch noch. Alles in allem ein aufregender Nachmittag. Ständig schaute ich aufs Handy. Hat er geschrieben? Tut sich was? Bis kurz nach 16 Uhr nichts. Dann die Botschaft das sie nun im Kreißsaal sind aber sich die Geburt noch ziehen könne. Okay dachte ich. Ich bin bereit. Bis 23:30 Uhr hatte ich dann Zeit gedanklich durchzugehen wie ich die Bilder mache. Zumindest theoretisch, denn man weiß ja nie so recht was da kommt.

Ab ins Auto und los

23:30 Uhr klingelte mein Telefon: ,,Hallo Benny, meine Tochter ist da. Kannst du kommen?“

,,Ich bin schon unterwegs.“


Meine Sachen waren ja alle schon gepackt. Also nichts wie los. Ich hatte nur 31km Anfahrt. Also ganz ruhig. Mucke aufgedreht und ab auf die Bahn. Um diese Uhrzeit ist es Gott sei Dank quasi Menschenleer auf der Autobahn bei uns. Am Krankenhaus angekommen, ging ich dann zielstrebig Richtung Kreißsaal. Ich wusste ja noch wo alles ist. Gegensprechanlagen sind und werden nie meine Freunde. Ich hasse es einfach da rein zu sprechen vor allem wenn sich noch Angehörige anderer werdenden Eltern im Warteraum befinden. Da stellt man sich ja nicht als Sternenkind Fotograf vor. Musste ich auch gar nicht. Die Hebammen haben mich bereits erwartet. Es war viel los. Die Kreißsäle waren alle belegt. Entsprechend viel zu tun hatten die Hebammen dann auch.

Das Kennenlernen und das Fotografieren

,,Entbindung 4“ Toll dachte ich. Der kleinste Saal auf der Station. Das wird ja eine spannende Aufgabe da zu Fotografieren. Mein Gefühl sollte mich nicht trügen. Die überaus liebevolle Hebamme meldete mich an und bat mich dann herein.

Der Papa begrüßte mich als erstes. Wir haben am Telefon schon ausgemacht das wir uns duzen. Es ist einfach schöner.

,,Hallo Benny, schön das du so schnell noch gekommen bist. Ihr macht eine Wahnsinnig tolle Arbeit. Schön das es euch gibt“.

Zack war das Eis gebrochen. Man verstand sich auf Anhieb und so begrüßte ich auch die Mutter. Beide waren sichtlich traurig aber auch zugleich froh, das die Geburt so schnell vorbei war. Da war sie also. Mein erstes Sternen Mädchen. Luisa soll sie heißen. Was eine süße Maus. Ein wunderhübsches Mädchen, geboren in der 31. Schwangerschaftswoche weil das Herzchen plötzlich nicht mehr wollte. Einfach so. Ohne Grund. Ich glaube jeden Eltern stellt sich dann nur eine Frage. Warum? Warum sollte es nicht sein? Warum unser Mädchen? Wir haben dich doch so sehnlichst erwartet. Alles war doch schon fertig für deinen Einzug. Man muss keine Gedanken lesen können. Es steht den Eltern fast schon auf die Stirn geschrieben. Ich ging dann zur kleinen Luisa und auch sie begrüßte ich ganz Selbstverständlich, Die Hebammen sollte noch eine andere Mütze bringen. Die gestellte von der Klinik war, naja, sagen wir nicht ganz so hübsch.

Gut das ich was mitgebracht habe.

Anfangs war der Papa skeptisch ob er mit auf die Bilder möchte aber er hat sich dann doch dafür entschieden. Ich wechselte das Mützchen. Die Mama hat sich nicht getraut und holte dann meine Kamera und schoss erst mal einige Familienfotos. Eine Hebamme kam dann dazu und übernahm das Lagern der kleinen Maus. Einen schönen hergerichteten Korb sollte Luisa betten. Die Hebamme blieb solange bis ich fertig war. Ich war total begeistert. Das fand ich ganz toll, das Sie sich trotz dem Stress eine halbe Stunde Zeit nahm. Es machte das ganze auch etwas einfacher. Man kam super ins Gespräch und man hatte das Gefühl das sich die Eltern ganz wohl fühlten trotz der fremden Menschen im Raum.


Viele Bilder wollten die beiden dann aber nicht. Es wurden nur 25 Fotos. Mehrfach fragte ich nach ob wir nicht noch…. Nein, das reicht uns. Okay. Nachdem sie sich die Bilder kurz angeschaut hatten beendeten wir das Shooting und musste nur den lästigen Papierkram ausfüllen lassen. Danach hab ich mich aber Verabschiedet und wollte Ihnen die kurze Zeit als Familie nicht stehlen.

Den Hebammen habe ich noch mehrere Flyer da gelassen. Sie hatten keine mehr.Ich fuhr dann, fast schleichend, um 01:00 Uhr nach Hause und setzte mich noch an die Bilder. Vorher würde ich doch keine Ruhe finden. Dadurch das die kleine Maus schon Hautablösungen hatte, sollte das bearbeiten dann doch länger dauern. Aber das musste erst fertig bevor ich schlafen gegangen bin.

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